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- 22.7.2009: l'aprèsmidi d'un faun
- 1.7.2009: sommerversprechen
- 27.6.2009: Liebeslied im Juni
- 17.5.2009: Vorfrühling im Moor
Archiv der Kategorie Natur
l’aprèsmidi d’un faun
22.7.2009 von m.s..
In der Sonntagsmittagshitze
vor meinem Hügel
entrollen sich die abgemähten
Weizenfelder bis zum Horizont.
Ich zähle eine Hand voll Dörfer
in meinem Sommerbild:
graue Steinhaufen, eingebettet in ein Netz
von Eichen-Hecken, schmalen Straßenbändern
und laubgrünen Senken.
Und nichts bewegt sich.
Nur über die Maisfelder geht von Zeit zu Zeit
der sanfte Sonnenwind hinweg.
Die Zeit steht.
Still sitze ich am Wiesenrand,
starre in die helle, heiße Welt,
die dort den Tag erträumt
unter der weißen Bläue.
Und lausche:
im Farn ein Rascheln,
die Ginsterschoten knacken
platzend in der Hitze.
Ich schaue hin:
Da sitzt er,
halb verdeckt von Gräserrispen.
Er schaut zu mir herüber
und setzt die Flöte an.
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sommerversprechen
1.7.2009 von m.s..
irgendwo liegen
auf dem rücken
sorglos.
unter dem blau
zwischen schierlingskraut
und glockenblumen.
in friedlicher koexistenz
mit ameisen und
goldglänzenden mistkäfern.
versteckt.
irgendwas träumen:
auf dem hund
reitet ein kind.
jetzt fliegt es davon.
und der hund
mutiert
zum drachengeheuer.
aug in auge
mit seinem feuerschlund,
gelassen
zusehen können,
wie er vergeht
im blau.
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Liebeslied im Juni
27.6.2009 von m.s..
Soll ich das Lied
singen,
das aus deinem Herzen kommt,
Liebster?
Soll ich dir singen
vom Sommerrausch
zwischen den tiefgrünen
Hecken, die mit
leuchtenden Blütenperlen
übersät sind,
von umwucherten
Rosenbänken,
vom sanftbunten, endlosen
Gleiten und Landen
der Schmetterlinge
auf den üppigen
Nektartränken duftender
Blütendolden?
Soll ich deinen Jubel
über unseren Liebesgarten
auf den blauen Abendhimmel
über uns schreiben
mit Kondensstreifen
aus Millionen weißer Blütenblätter?
Soll ich den weichen, hellen
Wind einfangen
und damit die Nachtluft
fort blasen,
bis die Sonne wieder
über unserem Garten den
Tag ausruft?
Wenn die Farben verblassen,
ist es auch in unserem Garten
grau.
Und höchstens der Mond
bescheint die geheimnisvolle
Bank, auf der wir uns noch lange Zeit
in den Armen halten und wärmen.
Aber ein leises, entzücktes Summen,
dein Jubel, liegt noch immer
über der Stille der Nacht.
Und singt auch in mir.
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Vorfrühling im Moor
17.5.2009 von m.s..
weiter Blick über die Moorlandschaft im Emsland
Dies ist das Moor im ersten Frühlingslicht:
Ein herber Landstrich, der sich freundlich zeigt
und nichts verlangt
als Schauen, Schauen, Schauen
Horizont
Ich liebe diese weiten, kargen Horizonte,
das helle Licht, das eine stille Welt bescheint,
die sanften Linien der Ebene wie lange, flache Wogen
auf einem spröden Binsenmeer.
Das nackte Frühlingslicht liegt ausgeschüttet da
und füllt die kühle Luft mit Wärmepolstern auf.
Die Lerche rüttelt über mir.
Ihr Lied klingt so vertraut, so sehr entbehrt.
Dahinter dehnt sich immer weiter noch
ein blasses Grün und Ockerbraun,
ein großes Feld, und Wiesen bis ans Ende,
wo sich ein dunkler Streifen dämmergrüner Wald
erstreckt
und Himmelsblau und Erde
von einander trennt.
Dies ist das Moor im ersten Frühlingslicht:
Ein herber Landstrich, der sich freundlich zeigt
und nichts verlangt
als Schauen, Schauen, Schauen.
so weit das Auge reicht
Das Land liegt offen da, so wie die
Innenfläche einer breiten, festen Hand.
Und wie die Linien, die das Geheimnis eines Lebens
hüten, ziehn schwarze Gräben durch das
blasse Wintergrün der Felder und enden irgendwo.
Als hätte jemand diese ausgestreckte Welt
mit einem dicken Kohlestift markiert.
Nur hier und da entzündet sich das Sonnenlicht
am rostigroten Band der Böschungen.
Der Himmel schimmert blau und tief zugleich.
Er fällt wie Sonnenregen ins Geäst der kahlen Birken.
Die Wasserflächen spiegeln ohne Ende
die wolkenlose Weite auf die karge Erde.
Moorgraben
Dies ist das Moor im ersten Frühlingslicht:
Ein herber Landstrich, der sich freundlich zeigt
und nichts verlangt
als Schauen, Schauen, Schauen.
Wasserstelle im Moor
Dies Land ist Wasserland.
Im nahen Moorwald glänzen schwarze Tümpel.
Im Moos, verborgen zwischen Polsterkissen,
stehn heimlich stille, kalte Wasserlöcher.
Die Felder schimmern nass.
Wo immer auch
ein Fuß den Boden nur berührt, -
quillt Feuchtigkeit aus weichem Torf.
Es nistet ein Geheimnis in den Wassergräben,
ist immer gegenwärtig, überall zu spüren.
Es legt sich auf die Haut und auf die Lippen.
Es schmeckt nach Wind und nasser, fetter Erde.
Das Leben ist es selbst, das hier in allen Ritzen nistet
und alle morschen Zäune, alle Wetterstämme,
mit seinem feuchten Hauch berührt und sie
danach mit dunkelgrünem Samt bespannt.
Waldteiche
Dies ist das Moor im ersten Frühlingslicht:
Ein herber Landstrich, der sich freundlich zeigt
und nichts verlangt
als Schauen, Schauen, Schauen.
einsamer Hof
Vereinzelt stehen reiche Höfe hinter alten Bäumen
als wollten sie sich unbefugtem Blick entziehen.
Doch wenn du näher kommst,
begrüßt der Hofhund dich wie einen alten Freund.
Dort hinten vor dem weiten Wiesenland
seh ich drei Erlen plaudernd beieinander stehen,
barhäuptig noch im Lichte, das die Weite feiert,
und das die Nebelschwaden aus den Niederungen treibt,
wo große Vögel aus den Wiesensenken
in einem glitzernd bunten Funkenregen
aufsteigen und zum nächsten Wasser ziehen.
Moorlandschaft
Dies ist das Moor.
Ein herber Landstrich, der sich freundlich zeigt
und nichts verlangt
als Schauen, Schauen, Schauen
Moordorf
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Ankunft im Moor
17.5.2009 von m.s..
Wir aber haben Zeit.
Im Hochmoor zählen die die Jahrtausende.
Zwischen rostrot gesäumten Wassergräben
und blassgrünen Wiesengründen
bis zum Horizont,
wird sich der Frühling entfalten
und über den Wassergräben
die Luft anfüllen mit flimmerndem
Licht.Später.
Noch hält der Frost die Luft an.
Hohe Binsenrispen vom Vorjahr
glitzern wie blühendes Eis.
Binse im Moorsee
Kahle Erlen stehen mit geschlossenen Augen
in der Morgenhelle.
Die Stille wartet auf die ersten Lerchen.
Und voller Verheißung legt das warme Sonnenlicht
seine Hände auf unsere Wintergesichter.
Weg durchs Moor
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Reise dem Frühling entgegen
17.5.2009 von m.s..
Wir reisen durch eisweiss bereifte Wälder
dem östlichen Winter davon.
Die Sonne steht flach am Horizont.
Nur der Himmel flüstert vom Frühling.
Wenn sie im Westen untergeht,
werden auch wir am Ziel sein.
Allmählich beginnt der Nebel zu steigen.
Das befreite Licht
zaubert Kirschblütenträume an unseren Weg.
Frühlingsbäume säumen für eine Weile
die verschneiten Felder entlang der Straße.
Stunden später durchbricht auf den Äckern
schwarzbraune Erde die Decke aus Schnee.
Das Land kämpft sich ans Licht.
Nur in den Schattensenken
bleiben weiße Flecken zurück.
Zwischen roten Kieferstämmen leuchtet
voller Verheißung ein sonnentrunkner Wald.
Menschen stehen in ihren kahlen Gärten
und plaudern in der Mittagswärme,
sorglos auf ihren Spaten gestützt.
In diesem Garten prahlt längst der Frühling
mit seiner prallen Gegenwart:
zwei Hände voll, dahin geschüttet
vor die hellen Mauer,
wie kleine lila Sonnensegel aufgebläht.
Frühlingsboten
Dort, wo die Reise enden soll,
wird all das noch ersehnt.
Das Moor liegt still dem Himmel gegenüber.
Und wartet.
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