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l’aprèsmidi d’un faun


In der Sonntagsmittagshitze

vor meinem Hügel

entrollen sich die abgemähten

Weizenfelder bis zum Horizont.

Ich zähle eine Hand voll Dörfer

in meinem Sommerbild:

graue Steinhaufen, eingebettet in ein Netz

von Eichen-Hecken, schmalen Straßenbändern

und laubgrünen Senken.

 

Und nichts bewegt sich.

Nur über die Maisfelder geht von Zeit zu Zeit

der sanfte Sonnenwind hinweg.

Die Zeit steht.

 

Still sitze ich am Wiesenrand,

starre in die helle, heiße Welt,

die dort den Tag erträumt

unter der weißen Bläue.

 

Und lausche:

im Farn ein Rascheln,

die Ginsterschoten knacken

platzend in der Hitze.

Ich schaue hin:

Da sitzt er,

halb verdeckt von Gräserrispen.

Er schaut zu mir herüber

und setzt die Flöte an.

sommerversprechen

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irgendwo liegen

auf dem rücken

sorglos.

unter dem blau

zwischen schierlingskraut

und glockenblumen.

in friedlicher koexistenz

mit ameisen und

goldglänzenden mistkäfern.

versteckt.

 

irgendwas träumen:

auf dem hund

reitet ein kind.

jetzt fliegt es davon.

und der hund

mutiert

zum drachengeheuer.

aug in auge

mit seinem feuerschlund,

gelassen

zusehen können,

wie er vergeht

im blau.

 

Liebeslied im Juni

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Soll ich das Lied

singen,

das aus deinem Herzen kommt,

Liebster?

Soll ich dir singen

vom Sommerrausch

zwischen den tiefgrünen

Hecken, die mit

leuchtenden Blütenperlen

übersät sind,

von umwucherten

Rosenbänken,

vom sanftbunten, endlosen

Gleiten und Landen

der Schmetterlinge

auf den üppigen

Nektartränken duftender

Blütendolden?

Soll ich deinen Jubel

über unseren Liebesgarten

auf den blauen Abendhimmel

über uns schreiben

mit Kondensstreifen

aus Millionen weißer Blütenblätter?

Soll ich den weichen, hellen

Wind einfangen

und damit die Nachtluft

fort blasen,

bis die Sonne wieder

über unserem Garten den

Tag ausruft?

 

Wenn die Farben verblassen,

ist es auch in unserem Garten

grau.

Und höchstens der Mond

bescheint die geheimnisvolle

Bank, auf der wir uns noch lange Zeit

in den Armen halten und wärmen.

Aber ein leises, entzücktes Summen,

dein Jubel, liegt noch immer

über der Stille der Nacht.

Und singt auch in mir.

 

Vorfrühling im Moor

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weiter Blick über die Moorlandschaft im Emsland

Dies ist das Moor im ersten Frühlingslicht:

Ein herber Landstrich, der sich freundlich zeigt

und nichts verlangt

als Schauen, Schauen, Schauen

 


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 Horizont

Ich liebe diese weiten, kargen Horizonte,

das helle Licht, das eine stille Welt bescheint,

die sanften Linien der Ebene wie lange, flache Wogen

auf einem spröden Binsenmeer.

Das nackte Frühlingslicht liegt ausgeschüttet da

und füllt die kühle Luft mit Wärmepolstern auf.

Die Lerche rüttelt über mir.

Ihr Lied klingt so vertraut, so sehr entbehrt.

Dahinter dehnt sich immer weiter noch

ein blasses Grün und Ockerbraun,

ein großes Feld, und Wiesen bis ans Ende,

wo sich ein dunkler Streifen dämmergrüner Wald

erstreckt

und Himmelsblau und Erde

von einander trennt.

 

Dies ist das Moor im ersten Frühlingslicht:

Ein herber Landstrich, der sich freundlich zeigt

und nichts verlangt

als Schauen, Schauen, Schauen.

 

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so weit das Auge reicht

Das Land liegt offen da, so wie die

Innenfläche einer breiten, festen Hand.

Und wie die Linien, die das Geheimnis eines Lebens

hüten, ziehn schwarze Gräben durch das

blasse Wintergrün der Felder und enden irgendwo.

Als hätte jemand diese ausgestreckte Welt

mit einem dicken Kohlestift markiert.

Nur hier und da entzündet sich das Sonnenlicht

am rostigroten Band der Böschungen.

Der Himmel schimmert blau und tief zugleich.

Er fällt wie Sonnenregen ins Geäst der kahlen Birken.

Die Wasserflächen spiegeln ohne Ende

 

die wolkenlose Weite auf die karge Erde.

 

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Moorgraben

Dies ist das Moor im ersten Frühlingslicht:

Ein herber Landstrich, der sich freundlich zeigt

und nichts verlangt

als Schauen, Schauen, Schauen.

 

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Wasserstelle im Moor


Dies Land ist Wasserland.

Im nahen Moorwald glänzen schwarze Tümpel.

Im Moos, verborgen zwischen Polsterkissen,

stehn heimlich stille, kalte Wasserlöcher.

Die Felder schimmern nass.

Wo immer auch

ein Fuß den Boden nur berührt, -

quillt Feuchtigkeit aus weichem Torf.

 

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Es nistet ein Geheimnis in den Wassergräben,

ist immer gegenwärtig, überall zu spüren.

Es legt sich auf die Haut und auf die Lippen.

Es schmeckt nach Wind und nasser, fetter Erde.

Das Leben ist es selbst, das hier in allen Ritzen nistet

und alle morschen Zäune, alle Wetterstämme,

mit seinem feuchten Hauch berührt und sie

danach mit dunkelgrünem Samt bespannt.

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Waldteiche

Dies ist das Moor im ersten Frühlingslicht:

Ein herber Landstrich, der sich freundlich zeigt

und nichts verlangt

als Schauen, Schauen, Schauen.

 

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einsamer Hof

Vereinzelt stehen reiche Höfe hinter alten Bäumen

als wollten sie sich unbefugtem Blick entziehen.

Doch wenn du näher kommst,

begrüßt der Hofhund dich wie einen alten Freund.

Dort hinten vor dem weiten Wiesenland

seh ich drei Erlen plaudernd beieinander stehen,

barhäuptig noch im Lichte, das die Weite feiert,

und das die Nebelschwaden aus den Niederungen treibt,

wo große Vögel aus den Wiesensenken

in einem glitzernd bunten Funkenregen

aufsteigen und zum nächsten Wasser ziehen.

 

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Moorlandschaft

Dies ist das Moor.

Ein herber Landstrich, der sich freundlich zeigt

und nichts verlangt

als Schauen, Schauen, Schauen

 

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 Moordorf


Ankunft im Moor

Wir aber haben Zeit.

Im Hochmoor zählen die die Jahrtausende.

Zwischen rostrot gesäumten Wassergräben

und blassgrünen Wiesengründen

bis zum Horizont,

wird sich der Frühling entfalten

und über den Wassergräben

die Luft anfüllen mit flimmerndem

Licht.Später.

Noch hält der Frost die Luft an.

Hohe Binsenrispen vom Vorjahr

glitzern wie blühendes Eis.

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Binse im Moorsee

Kahle Erlen stehen mit geschlossenen Augen

in der Morgenhelle.

Die Stille wartet auf die ersten Lerchen.

Und voller Verheißung legt das warme Sonnenlicht

seine Hände auf unsere Wintergesichter.

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Weg durchs Moor

Reise dem Frühling entgegen

Wir reisen durch eisweiss bereifte Wälder

dem östlichen Winter davon.

Die Sonne steht flach am Horizont.

Nur der Himmel flüstert vom Frühling.

Wenn sie im Westen untergeht,

werden auch wir am Ziel sein.

Allmählich beginnt der Nebel zu steigen.

Das befreite Licht

zaubert Kirschblütenträume an unseren Weg.

Frühlingsbäume säumen für eine Weile

die verschneiten Felder entlang der Straße.

Stunden später durchbricht auf den Äckern

schwarzbraune Erde die Decke aus Schnee.

Das Land kämpft sich ans Licht.

Nur in den Schattensenken

bleiben weiße Flecken zurück.

Zwischen roten Kieferstämmen leuchtet

voller Verheißung ein sonnentrunkner Wald.

Menschen stehen in ihren kahlen Gärten

und plaudern in der Mittagswärme,

sorglos auf ihren Spaten gestützt.

In diesem Garten prahlt längst der Frühling

mit seiner prallen Gegenwart:

zwei Hände voll, dahin geschüttet

vor die hellen Mauer,

wie kleine lila Sonnensegel aufgebläht.

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Frühlingsboten

Dort, wo die Reise enden soll,

wird all das noch ersehnt.

Das Moor liegt still dem Himmel gegenüber.

Und wartet.

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