Nicht für mich

In deinen Armen war genau so viel Platz,
die ich brauchte, um mich darin wohl zu fühlen.
Deine Hände zogen Feuerlinien über die
Haut meines Unterleibes.

Wenn du sprachst,
war es immer, als wüsstest du schon,
was ich sagen und denken würde.
Wenn du die Kerzen anzündetest,
leuchteten sie nur für mich
das Dunkel deiner Räume aus.

Doch klingelte das Telefon zu oft.
Und du vollzogst vor meinen Ohren
immer wieder
die wunderbare Vermehrung deiner Tugenden.
Und ich ahnte immer mehr,
und wollte es doch nicht wissen,
dass all das ebenso gut für mich war
wie für viele andere.

Und dass in deinen Armen
genau immer der Platz ist,
der gerade gebraucht wird,
und dass deine Hände ihre Feuerlinien
ziehen über viele Frauenleiber.
Vielleicht auch sprichst du immer aus,
was sie so alle denken.
Dein Kerzenvorrat jedenfalls
ist sicher unbegrenzt.

Ahnungslos nahm ich
Platz am gedeckten Tisch.
In einem guten Gasthaus
soll sich jeder zu Hause fühlen.

Aber für mich war nicht gedeckt.

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