an paula

deine bilder waren mir immer
unheimlich.
kinder mit solchen augen,
wissend.

frauen ohne schönheit,
die freundlicherweise ablenkt
von ihrem gesicht.

wer wagt es,
so etwas zu zeigen?

und schon immer fiel es mir schwer,
wegzusehen.

 nun kenne ich dich ein wenig,
deinen kampf um dich selbst,
darum, du zu werden.
und ich kenne sie gut,
deine gefangenschaft
unter den menschen,
die es nicht zuließen,
dass du du warst.

 nun weiß ich es,
warum du immer wieder dich gemalt hast,
in allen gesichtern.
das war alles,
was du zu sagen hattest.
und es war sehr viel.
du hast es gewusst
und nicht geschwiegen.

 dafür bewundere ich
und beneide ich dich.
du hast dich nicht unterkriegen lassen,
konntest gar nicht wirklich aufgeben,
immer wieder hast du dich ausgegraben,
durchgewühlt
und hast mit einer naivität,
für die ich dich küssen könnte,
den anderen mitgeteilt,
wie frei du dich fühltest –
ohne sie.

 aber auch du hast leider
immer noch und immer wieder
gewartet, dass einer käme, der an dich glauben würde.
als keiner kam, hast du dich einfangen lassen
von dem alten frauenlos:
kinder.

und daran bist du zerbrochen
und gestorben.

 du hattest so viel mut,
so viel mehr mut als ich.
warum nur hat er dich verlassen.

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