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an die traurige Tochter in der Ferne
Du gehst die Wege, die du gehen willst.
Ich schaue zu und bleibe leise und von ferne stehn.
Weit weg von mir ersteigst du unbekannte Berge,
sprichst fremde Sprachen, die ich nicht verstehe,
zeigst Wagemut, der mich das Staunen lehrt.
Nur deine Traurigkeit und deine Ängste,
sie sind mir so vertraut.
Ich höre die Beschwörung deines Glücks.
Ich sehe deine Tränen, meine sie zu schmecken.
Und doch kann ich die Hand nicht rühren:
Die Jahre, die ich ganz in deiner Nähe war,
sind längst Vergangenheit.
Die Zeiten, wo ich hätte
meine Tochter trösten können,
sie sind vorbei und sind vielleicht vertan.
Mir bleibt es nur, zu wünschen und zu hoffen,
dass dir das Leben nicht nur Wunden schlägt,
und irgendwann die Liebe dir begegnet und auch bleibt
und zart, und so wie Mütter und Geliebte es nur können
mit sanfter Hand die Tränen dir von deinen Wangen streift.
